Automatische Indizierung, Volltextsuche
Die erste Technik ist unstrukturiertes Wissen. Das kommt im Kopf natürlich niemals vor. Doch das WorldWideWeb und die Dokumente auf meinem Computer kann mal als nahezu unstrukturiert betrachten. Die Möglichkeit, sich da zurecht zu finden ist eine Volltextsuche. Suchmaschinen. Google oder Google Desktop.
Google Desktop klingt erst mal toll. Abgesehen davon, daß es Rechenleistung frisst, was ja bei einem neueren Computer vielleicht nicht so ins Gewicht fallen würde, sammelt es auch unterschiedslos alle Informationen ein.
Man kann so ein Werkzeug dazu bringen, gewisse Dateien zu ignorieren, doch dann hebt der Verwaltungsaufwand den Vorteil der Einfachheit wieder auf.
Doch, ja, wenn ich weiß, irgendwo habe ich eine (Text)Datei, die folgendes Wort enthält, mache ich eine Suche in Dateien beschränkt auf gewisse Verzeichnisse.
Hierarchien
Meine Mailordner sind hierarchisch organisiert, meine riesige Sammlung an heruntergeladener Software ist in einer hierarchischen Ordnerstruktur abgelegt. Dazu braucht man eine sinnvolle Hierarchie. Die muß man sich entweder selbst erarbeiten, oder man muß sich in die Struktur einer konsensfähigen, von anderen erarbeiteten Hierarchie einarbeiten.
Der Nachteil von Hierarchien ist klar: Ein Eintrag (Dokument, Buch, CD, Bauteil, ...) ist genau an einem bestimmten Punkt. So funktioniert das wirkliche Leben aber nicht. Wenn ich zum Beispiel ein Schreiben von der Kindergeldkasse in meinen (Hartpappe-)Ordnern suche, suche ich zuerst bei "Kinder", dann bei "Arbeitsamt" und dann bei "Geld". Denn einige Jahre habe ich die Sachen unter "Kinder" abgelegt und einige Jahre unter "Arbeitsamt". Es kamen nicht sooft Schreiben von der Kindergeldkasse, daß sich da ein fester Automatismus in mir herausgebildet hätte.
Oder wenn man Rezepturen von Hildegard von Bingen hat, legt man sie entweder unter "Hildegard von Bingen" ab, oder unter "Kochrezepte" oder "Heilmittel", je nachdem, was darin genau beschrieben wird.
Auf der Festplatte würden Dateilinks (soll es unter Windows auch geben, ich habs dort noch nie gemacht) das Problem lösen, für Hartpappeordner gäbe es auch die Lösung von einem Papierverweis auf das Dokument an den anderen möglichen Orten.
Es ist schon viel Arbeit, ein Dokument, eine Information an einem Ort in eine Hierarchie einzusortieren. Sie an andere Orte zu verlinken, wäre mir zu viel Arbeit. Ich bin mir auch nicht sicher, ob nicht im Laufe der Jahre eine Restrukturierung nötig werden kann - und die würde dann wirklich aufwändig.
Halbautomatische Indizierung
Das halte ich für eine Möglichkeit - ich habs nur ganz früher mal in Word gemacht. Da war es allerdings so, daß man jedes Vorkommen des Wortes, das man im Index sehen wollte, händisch markieren mußte. Wollte man z.B. Kindergeld im Index haben, mußte man jedesmal wenn das Wort Kindergeld im Dokument auftauchte, darauf hinweisen, daß man auch dieses Vorkommen von "Kindergeld" im Index sehen wollte. Doch sicherlich gibt es heute Methoden, daß man einfach nur die Worte, die man im Index haben möchte, auflistet und diese werden dann automatisch gesucht und es wird an das Vorkommen im Dokument verlinkt.
Ob es ein Werkzeug mit einer solchen Technik aber über Dokumente verschiedenen Typs (pdf, html, xml, odt, ...) gibt?
Schlagwörter
Auch hierfür braucht man entweder einen selbst erarbeiteten Schlagwortkatalog oder einen von anderen aufgebauten, konsensfähigen, in den man sich einarbeiten muß. Viel leichter als bei den Hierarchien kann man die Dokumente, Informationen mit verschiedenen Bereichen verbinden. Ebenfalls wie bei den Hierarchien ist aber händischer Aufwand nötig, vor allem auch ein gedanklicher Aufwand. Es ist einfach, ein Dokument, eine Information später noch mit weiteren Schlagwörtern zu versehen. Wenn man es denn überhaupt wieder findet.
Wiki
Ich muß noch darüber nachdenken, ob Wikis noch eine bis hier nicht aufgezählte Technik verwenden. Sie erscheinen mir sehr einfach. Und wenn eine grobe hierarchische Sortierung und eine Verlinkung zu vorhandenen Dokumenten möglich ist, gehe ich evtl auf einen Wiki. Kann ein Wiki wie ein Blog verschlagwortet werden?
Dieser Eintrag ist für niemanden außer mich informativ.
Abgesehen davon, daß ich den dreiviertel Tag damit verbracht habe, über Software zur Erkennung von Rootkits rauszufinden, ob ich eine Rootkit auf dem Rechner habe - nicht, daß es irgendwelche Anzeichen gegeben hätte, ich fand es nur besser, da ich mich ja hie und da bei Leuten einlogge, die nicht gehacked werden wollen, mich zu vergewissern, daß ich nicht gehijagged bin - abgesehen davon also, habe ich zum wiederholten Male nach dem idealen Werkzeug gesucht, um Informationen zu speichern.
So ein bißchen wie mein Kopf, mit ein paar Verbesserungen aber.
Die Verlinkung mit vorhandenen Wissen erfolgt in meinem Kopf exzellent einfach - so mühelos sollte es auch bei einem Tool sein.
Die Zugriffsgeschwindigkeit auf gespeichertes Wissen ist bei meinem Kopf im Vergleich zu anderen Köpfen vielleicht nicht herausragend, das aber stört mich nicht - ein Tool kann da sogar noch langsamer sein. Die Zugriffswege sind in meinem Kopf vlelfältig - es führen viele Wege überall hin - ein Tool sollte auch eine Strategie der vielen Wege unterstützen.
Hierarchische Tools scheiden damit auf jeden Fall aus. Auch Mindmaps. *redetsichgutzu* "vergiss es, sie sind hübsch, aber für deine Zwecke unbrauchbar" *hörtsichverständnisvollzu* "Ja, sie sind wirklich schön, du mußt aber nicht bei allem stehen bleiben, was schön ist" *murmelttröstend* "genau, wenn wir so ein tool gefunden haben, verwenden wir die mindmaps nur noch, für das, wofür sie gedacht sind."
Der Grund, warum ich nicht gleich meinen Kopf verwende, ist, daß ich viele Details vergesse. Ich merke mir oft nur, daß da eine Information war - und in diesem Punkt sollte das Tool deutlich besser sein. Vielleicht merke ich mir auch mehr - ich habe auf jeden Fall keinen Zugriff mehr auf die Detailinformation z.B. von Jakob Fuggers Geburtsjahr, oder wann genau Köln, Augsburg und Prag die drei größten Städte Europas waren - und auch nicht, ob es wirklich Europa war oder nur Mitteleuropa. Einige Leute in Gent haben behauptet, Gent wäre mal die größte Stadt von irgendwas gewesen. Mit solchen Informationsbrocken kann man nicht wirklich was anfangen. Deswegen brauche ich ein Tool.
Und danach suche ich schon seit Monaten. Immer wieder. Es kommt nix Vernünftiges bei rüber. Ich habe schon Abstriche an der Ausgabe gemacht - es müßte gar keine tollen Export Funktionen haben. Mit dem häßlichsten, unkonfigurerbarem HMTL, oder Text oder sogar purem Print wäre ich zufrieden.
Aber ich kann nicht davon abgehen, daß die Eingabe schnell sein muß. Und die Vernetzung einfach und schnell.
Ich bin mir nicht sicher, ob mir ... Oh, dieser Block kann keine Links? Das darf doch wohl nicht wahr sein ... der erzeugt sie bestimmt automatisch als Links ... da wette ich ... also, ich bin mir nicht sicher, ob mir Compendium von http://www.compendiuminstitute.org/download/download.htm gefallen würde, wenn ich mich der Mühe unterziehen würde, es wirklich gut bedienen zu lernen. Und eben, weil ich mir nicht sicher bin, scheue ich die Mühe.
Ich nutze ziemlich viel die Firefox Extension ScrapBook - aber abgesehen davon, daß sie hierarchisch ist, hat sie noch den Nachteil, daß zuviel Information gespeichert wird. Auf so einer Webseite steht einiges, was ich mir merken möchte (oder was mein externer Speicher sich für mich merken soll) - aber auch vieles, von dem ich mir nur merken will, daß da noch weiterführende Information da ist, aber nicht welche.
Tja, bloggen ist ganz lustig.